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Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFM-Syndrom)

Der Name dieser Infektionskrankheit lässt an die Maul- und Klauen-Seuche denken, die Klauentiere wie Rinder und Schweine befällt. Sie wird aber durch eine andere Virengattung verursacht.

Die HFM-Erkrankung tritt überwiegend im Frühjahr und Sommer und bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren auf und verläuft in der Regel komplikationslos. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr gibt es häufig kleine Epidemien in Tagesstätten und Kindergärten. Da oft nur ein Teil der Kinder mit Symptomen erkrankt, wird vermutet, dass sie bei den meisten Kindern symptomlos verläuft. In Asien soll etwa die Hälfte aller Jugendlichen positive Antikörper haben, obwohl sie nie Krankheitszeichen hatten.

Verantwortlich für die HFM-Krankheit sind verschiedene Typen von Coxsackie- und Enteroviren. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, Speichel oder Stuhl, über Türklinken, Handtücher usw. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten zwei bis drei Tage vor Beginn der Krankheit und dauert bis zum Abheilen der Bläschen. Der Stuhl kann bis zu zwei Wochen länger infektiös bleiben. Allgemeine Hygiene-Maßnahmen gegen die Schmierinfektion sind sehr wichtig, vor allem häufiges Händewaschen, aber auch möglichst wenig Körperkontakt mit Erkrankten oder mit Gegenständen, die von Kranken angefasst werden.

Drei bis sieben (maximal 30) Tage nach der Infektion kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl und eventuell Husten, oft gefolgt von einem roten, juckenden Hautausschlag im Bereich von Mund und Nase. Danach erscheint ein Ekzem an den Händen und Füssen (vor allem an den Handflächen und Sohlen, kann aber auch in den Zwischenräumen von Zehen und Fingern auftauchen), bei Säuglingen auch im Windelbereich. Es sieht anfangs nur rot entzündet aus, geht dann aber in 3-8 mm große weißgraue Bläschen mit schmalem roten Rand über. Vor allem auf der Zunge, am Zahnfleisch und an der Innenseite der Wangen entstehen so schmerzhafte Geschwüre (Aphthen). Inhalt und Oberfläche sind virushaltig und deshalb hoch ansteckend! Nach rund einer Woche bis 10 Tagen heilen die Bläschen ohne Krustenbildung wieder ab.

Die Behandlung kann nur die Symptome lindern. Antibiotika wirken bei Viren nicht und eine Impfung gibt es nicht. Viel trinken ist wichtig zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts durch Fieber und Schnupfen. Allerdings können die Bläschen im Mundbereich so stark plagen, dass Ihr Kind das Essen und Trinken verweigert. Bieten Sie Speisen und Getränke höchstens zimmerwarm oder besser noch leicht gekühlt an, wenn möglich mit Strohhalm. Favoriten sind Glace, Brei, Pudding, Joghurt und kalte Suppe. Verzichten Sie auf Saures (Obst, Säfte, rote Früchtetees). Abgekühlter Ringelblumen- oder Kamillentee hat sich dagegen bewährt. Will Ihr Kind wegen der Schmerzen nicht essen, wirkt manchmal etwas Honig, direkt vor dem Essen mit einem Wattestäbchen auf die Bläschen aufgetragen. Dies aber bitte nicht vor dem ersten Geburtstag anwenden! Einen stärkeren Effekt hat ein Zahnungsgel, das die Schleimhaut etwas betäubt.

Fiebersenkend wirken Wadenwickel, zum Beispiel Essigwickel oder kalte Kompressen in den Leisten, und Zäpfchen gegen Fieber (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen, Dosierung nach Anweisung des Arztes oder nach Packungsbeilage). Kinder sollten zur Fiebersenkung keine Acetylsalicylsäure enthaltenden Medikamente (z.B. Aspirin) erhalten. Bei hohem Fieber, Anzeichen einer Angina, Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung, bei Atembeschwerden, blutigem Schleim und Nackensteifigkeit sollten Sie umgehend den Arzt verständigen.

Ihr Kind darf Gemeinschaftseinrichtungen (Schule, Kindertagesstätte und Kindergarten) erst wieder besuchen, sobald es fieberfrei und der Ausschlag abgeklungen ist.

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit hinterlässt einen gewissen Schutz gegenüber dem auslösenden Erreger. Da die Erkrankung aber durch verschiedene Virentypen ausgelöst wird, kann Ihr Kind mehrmals daran erkranken.

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